22.04.2026
v. r. n. l.: Einrichtungsleiter Jörg Simon mit Küchenchefin Madeleine Simon, Petranka Kostova, Bioland-Kreissprecherin für das Oberallgäu Karin Agerer und Fachberater für den Außer-Haus-Markt bei Bioland e. V. Rainer Pausch. Foto: Tanja Schlaifer
Die Jugendherberge Oberstdorf-Kornau ist jetzt offizieller Bioland Gastronomie-Partner – und das mit voller Punktzahl. Mit 100 % Bio-Zutaten ist sie die erste Jugendherberge in Bayern, die die Gold Plus Auszeichnung von Bioland erhalten hat. Damit setzt das Haus neue Maßstäbe im nachhaltigen Beherbergungsbereich.
Ende März übergaben Rainer Pausch, Fachberater für den Außer-Haus-Markt bei Bioland e. V., sowie Karin Agerer, Bioland- Kreissprecherin Oberallgäu, das Partnerschild direkt vor Ort. Pausch betonte: "Die Jugendherberge Oberstdorf-Kornau zeigt eindrucksvoll, dass konsequente Bio-Qualität auch in der Gemeinschaftsverpflegung auf höchstem Niveau möglich ist. 100 % Bio mit Blick auf den regionalen heimischen Einkauf der Lebensmittel, sind ein starkes Signal für die gesamte Branche."
Auch Karin Agerer hob die Bedeutung für die Region hervor: "Die enge Zusammenarbeit mit regionalem Bio und Bioland-Betrieben stärkt die heimische Landwirtschaft und schafft Vertrauen und Transparenz für die Gäste – ein echtes Vorbild für das Allgäu."
Ein Kernpunkt der Philosophie der Jugendherberge ist die regionale Verankerung und die Zusammenarbeit mit lokalen Bio-Erzeugern: Milch- und Käseprodukte stammen etwa von der Bio-Schaukäserei in Wiggensbach, Backwaren von der Coffee Friends Bio Bakery aus Sonthofen (vormals: Bio-Bäckerei Franz & Xaver). So entsteht ein klarer Mehrwert für die regionale Landwirtschaft und die Gäste erleben authentische, hochwertige Produkte aus der Umgebung.
Leiter Jörg Simon und Küchenchefin Madeleine Simon verfolgten von Anfang an ein klares Ziel: Den direkten Weg zu 100 % Bio. "Wir wollten keine schrittweise Umstellung, sondern gleich den Gold-Standard erreichen", erklärt Jörg Simon. Die Umsetzung erfolgte nicht nur durch die Umstellung der Lieferketten, sondern auch mit betriebswirtschaftlichem Geschick. Ein hoch motiviertes Team, das die Vision von nachhaltiger Ernährung teilt, unterstütze hierbei. Die jetzt erfolgte Zertifizierung nach den "Bioland Gold plus"-Vorgaben ist die logische Weiterentwicklung zum staatlichen Gold-Siegel, das letztes Jahr erreicht wurde.
Die Strahlkraft dieses Engagements reicht weit über Oberstdorf hinaus. Andere Einrichtungen im Jugendherbergsverband nehmen diese Entwicklung als Challenge auf. Marko Junghänel, Pressesprecher des Deutschen Jugendherbergswerks in Bayern, erklärt: "Wir nehmen sehr stark wahr, dass unsere Gäste diese Qualitätssteigerung nicht nur erkennen, sondern auch ausdrücklich honorieren. Regionales Bio wird zunehmend vorausgesetzt – viele fragen gar nicht mehr danach, weil es für sie selbstverständlich geworden ist. Das bestätigt uns in unserem Weg und zeigt zugleich, welches große Bildungspotenzial darin liegt."
Gleichzeitig hebt Junghänel die besondere Rolle der Jugendherberge hervor: „Die Jugendherberge Oberstdorf-Kornau ist ein echter Leuchtturm – nicht nur innerhalb des Verbands. Sie strahlt in die Region hinaus und setzt wichtige Impulse, auch für Hotellerie und Gastronomie vor Ort, sich intensiver mit Bio und nachhaltiger Verpflegung auseinanderzusetzen."
Mit ihrem klaren Bekenntnis zu 100 % Bio, ihrem konsequenten Engagement für Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität setzt die Jugendherberge Oberstdorf-Kornau neue Maßstäbe in Bayern.
Bioland unterstützt bereits seit mehr als 20 Jahren Gastronomie, Hotellerie, Catering-Unternehmen und Großküchen als kompetenter Partner beim Einsatz von heimischen Bio-Lebensmitteln. Dazu gehören Beratungen, Schulungen, regionale Rohwarenbeschaffung sowie Hilfestellungen beim Marketing und Gästekommunikation. Das Bioland-Gastronomiekonzept umfasst vier Stufen: Die Einstiegsstufe Bronze mit einem Bio-Anteil von 30 – 50 %, Silber mit 50 - 90 %, Gold mit 90 - 99 % Bio-Anteil und die höchste Auslobung (seit Januar 2026) Gold plus mit 100 % Bio-Anteil. Gastronomie-Partner legen besonderen Wert auf die handwerkliche und frische Zubereitung der Speisen, heimische und saisonalen Bio-Herkunft sowie ressourcenschonende Betriebsführung. Einmal jährlich erfolgt eine Bio-Kontrolle durch eine unabhängige Kontrollstelle.
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