04.05.2026

Neues Energiekonzept

Fotos: Riedenburger Brauhaus

Rund um den Tag des deutschen Bieres am 23. April richtete sich der Blick traditionell auf die Braubranche. Während vielerorts über steigende Energiepreise sowie geopolitische und strukturelle Herausforderungen diskutiert wird, setzt das Riedenburger Brauhaus auf eine konkrete technische Umsetzung: In der neuen Produktionsstätte entsteht derzeit ein Energiekonzept, das die Bierherstellung ohne fossile Energieträger ermöglichen soll*.

Ein sichtbarer Meilenstein dieses Konzepts wurde Ende April erreicht: Drei großdimensionierte Energiespeicher wurden angeliefert und installiert. Die Speicher – zwei Pufferspeicher, geliefert von der Firma Huber Wärmetechnik, sowie ein Brauwasser-Energiespeicher – sind ein zentraler Baustein des zukünftigen Energiesystems.

Der größte Speicher ist rund 12 Meter hoch, fasst etwa 55.000 Liter Wasser und kann rund 5.000 Kilowattstunden thermische Energie aufnehmen. Damit lässt sich Wärme in einer Größenordnung speichern, die die Versorgung eines kompletten Produktionstages abbilden kann.

Für die Herstellung eines Hektoliters Bier werden im neuen Konzept rund 20 Kilowattstunden Wärme benötigt. In der Praxis ergibt sich daraus ein Wärmebedarf im Bereich mehrerer Tausend Kilowattstunden pro Produktionstag – vergleichbar mit der Energiemenge von etwa 500 Litern Heizöl.

Die Speicher werden vor allem dann beladen, wenn ausreichend Strom – größtenteils aus eigener Photovoltaik – zur Verfügung steht, und geben die Energie zeitversetzt im Brauprozess wieder ab. So lassen sich Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse flexibel steuern.

Die Reduktion des Energiebedarfs um bis zu zwei Drittel entsteht im Zusammenspiel mehrerer Technologien: Abwärme wird konsequent zurückgeführt, Wärmepumpen heben Temperaturniveaus an, und spezielle Vakuum-Brüdenverdichter werden zur Dampferzeugung genutzt. Die Energiespeicher ermöglichen dabei, Energieerzeugung und -nutzung zeitlich zu entkoppeln und Wärme bedarfsgerecht bereitzustellen.

Das Projekt wird wissenschaftlich vom Institut für Energietechnik (IfE) begleitet und durch das Bayerische Energieforschungsprogramm gefördert. Es versteht sich als Demonstrationsvorhaben mit Modellcharakter für andere energieintensive Betriebe der Lebensmittelindustrie. Das zugrunde liegende Energiesystem verbindet mehrere Technologien in einer Kombination, die nach aktuellem Stand erstmals in dieser Form umgesetzt wird.

"Die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern ist für uns ein klares Unternehmensziel. Dass uns die aktuelle geopolitische Lage in dieser Entscheidung bestätigt, zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig unabhängige Lösungen zu entwickeln", sagt Geschäftsführer Maximilian Krieger.

www.riedenburger.de

* Gemeint ist die Substitution fossiler Energieträger in der Prozesswärme der Bierherstellung. Der Betrieb erfolgt auf Basis elektrischer Energie, ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Mehr Details zum Energiekonzept: www.riedenburger.de/neubau/energiekonzept/