06.11.2026
Wie können Großhandel, Lieferanten und Kunden gemeinsam Treibhausgasemissionen reduzieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Zukunftsforums Grünes Netzwerk von Transgourmet Deutschland in Frankfurt. Im Fokus standen die Erfassung verlässlicher Emissionsdaten, konkrete Klimaschutzmaßnahmen und die Weiterentwicklung der Initiative.
Beim Treffen im Futury Event Space beschäftigten sich die Teilnehmer insbesondere mit der Erhebung und dem Austausch sogenannter Primärdaten. Diese stammen direkt aus den beteiligten Unternehmen und ermöglichen genauere Berechnungen als allgemeine Durchschnittswerte. Im Mittelpunkt standen Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen sowie die Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks einzelner Produkte, des sogenannten Product Carbon Footprint (PCF).
"Der Weg zu Netto-Null erfordert einen präzisen CO₂-Fußabdruck. Nur wenn die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglichst genau und zielgerichtet erfasst werden, können Unternehmen gemeinsam an wirksamen Reduktionsmaßnahmen arbeiten", betonte Charlotte Hoffmann von der Coop-Gruppe.
Welche Herausforderungen damit in der Praxis verbunden sind, zeigte Christian Bader von der Premium Food Group anhand eines konkreten Beispiels. "Die Erhebung verlässlicher Emissionsdaten kostet Zeit und Geld. Gleichzeitig sind diese Informationen eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen und können langfristig auch einen Wettbewerbsvorteil darstellen", erläuterte Bader.
Das Grüne Netzwerk wurde von Transgourmet Deutschland im Rahmen seines Klimaplans 2050 initiiert und zählt mittlerweile 50 Mitglieder aus Kunden- und Lieferantenunternehmen. Neben regelmäßigen Treffen und jährlichen Klimaschutzaktionstagen wurden bereits erste Projekte angestoßen. Dazu gehört eine Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Klim im Bereich der regenerativen Landwirtschaft. Ein Projekt zur Milcherzeugung untersucht beispielsweise das Potenzial unterschiedlicher Bewirtschaftungsmethoden zur Verringerung von Treibhausgasemissionen.
"Mit dem Grünen Netzwerk schaffen wir eine Plattform, auf der Kunden, Lieferanten und Transgourmet Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette offen diskutieren und konkrete Lösungen entwickeln", erklärte Kai Müller, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung von Transgourmet Deutschland.
Ein weiterer Schwerpunkt des Zukunftsforums war die künftige Ausrichtung der Initiative. Dabei rückte unter anderem die Kreislaufwirtschaft in den Fokus. Die Teilnehmer diskutierten, wie Materialien und Reststoffe über Unternehmensgrenzen hinweg weiterverwendet und Ressourcen effizienter eingesetzt werden können.
Auch die steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Transparenz und belastbare Emissionsnachweise wurden thematisiert. Gemeinsame Standards und ein engerer Wissenstransfer sollen helfen, entsprechende Herausforderungen zu bewältigen.
Die Ergebnisse des Zukunftsforums fließen nun in die weitere Netzwerkarbeit ein. Ziel ist es, zusätzliche gemeinsame Projekte zu entwickeln und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette voranzubringen.
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