29.09.2026
Jubiläumsurkunden für die Gewinnblick-Teams: In Württemberg nahmen Michael Ebner, Helmut Geister, Sabine Müller und Fabian Geister (v. l.) die Auszeichnung entgegen, in Schwarzwald-Ortenau Frederik Krauth (l.) und Rolf Huber (r.). Überreicht wurden die Urkunden von Vertretern der IHK. Fotos: Gewinnblick
Von Zahnrädern und Federn bis zu vernetzten Kassen-, Bezahl- und Warenwirtschaftssystemen: Drei Standorte der Gewinnblick-Gruppe bestehen seit 50 Jahren. Ihre Entwicklung zeigt zugleich, wie grundlegend sich Kassentechnik und Digitalisierung in Gastronomie und Hotellerie verändert haben. Heute umfasst die Holding zehn regionale Standorte mit knapp 100 Mitarbeitenden.
Die Geschichte der drei Jubiläumsstandorte begann 1976. Als Reaktion auf Umbrüche im deutschen Markt für Registrierkassen entstanden im Schwarzwald, in Württemberg und im Allgäu nahezu zeitgleich mittelständische Kassenfachhandels-Unternehmen. Inzwischen gehören sie zur Gewinnblick-Gruppe und sind weiterhin inhaber- beziehungsweise familiengeführt.
In den vergangenen fünf Jahrzehnten mussten sich die Betriebe mehrfach auf grundlegende Technologiesprünge einstellen. Zur Gründungszeit war die Branche noch stark von mechanischen Registrierkassen und deren Wartung geprägt. Später setzte sich die elektronische Kasse durch, danach übernahm zunehmend der Computer zentrale Funktionen. Heute verlagern sich Kassensysteme und weitere digitale Anwendungen verstärkt in die Cloud.
Damit hat sich auch die Rolle der Kassenfachhändler verändert. Gewinnblick versteht sich heute als Digitalisierungspartner für Gastronomie und Hotellerie. Das Unternehmen integriert spezialisierte Hard- und Software und verbindet unter anderem Kassen- und Bezahlsysteme mit Warenwirtschaft, Personalmanagement und Reporting. Ziel ist es, unterschiedliche betriebliche Prozesse auf einer Plattform zusammenzuführen.
"Wer nur Hardware verkauft, verliert bei jedem Bruch seine Geschäftsgrundlage", sagt Gewinnblick-Geschäftsführer Michael Ebner mit Blick auf die technologischen Veränderungen. "Wer Prozesse versteht, wächst mit."
Parallel zum technologischen Wandel haben die drei Standorte auch den Wechsel zwischen den Unternehmergenerationen vollzogen. Am Standort Schwarzwald-Ortenau hat inzwischen Frederick Krauth, Enkel des damaligen Gründers, die Nachfolge angetreten.
Bei Gewinnblick Württemberg führt Fabian Geister das Unternehmen in dritter Generation. Er übernahm die Geschäfte vor elf Jahren. Der Betrieb hatte sich zuvor über Jahrzehnte vom klassischen Kassenfachhandel zum Spezialisten für Kassen- und Gastronomielösungen entwickelt.
Damit verbindet die drei Jubiläumsstandorte nicht nur ihr Gründungsjahr. Alle haben den Wandel von der mechanischen Registrierkasse zu digitalen Systemen durchlaufen und zugleich ihre familien- beziehungsweise inhabergeführte Struktur erhalten.
Ein weiterer Schritt folgte 2020 mit der Bündelung verschiedener Regionalpartner unter dem Dach der Gewinnblick GmbH. Als Gründe für den Zusammenschluss nennt das Unternehmen die steigende Komplexität der Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderungen an Entwicklung und technische Kompetenz.
Dazu zählen nach Angaben von Gewinnblick unter anderem Cloud-Migration, TSE-Pflicht, KI-gestütztes Reporting, E-Rechnung sowie immer kürzere Zyklen bei der Anbindung von Schnittstellen. Solche Aufgaben seien für einzelne regionale Spezialisten zunehmend schwer allein abzudecken.
Der Verbund kombiniert deshalb die Vertriebs- und Servicestrukturen sowie die Kundennähe der regionalen Standorte mit zentralen Kompetenzen in Entwicklung, Einkauf und Plattformtechnologie. Inzwischen gehören zehn Standorte mit knapp 100 Mitarbeitenden zur Gruppe. Nach eigenen Angaben hat Gewinnblick bislang rund 12.000 Kundenbetriebe aus Gastronomie und Hotellerie digitalisiert.
Nach Einschätzung des Unternehmens steht die Branche vor einem weiteren Umbruch. Gewinnblick erwartet in den kommenden Jahren eine weitere Konsolidierung im Markt für Kassen- und Gastronomie-Software. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen den Wechsel zu Cloud-Lösungen, die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz in Reporting und Prognosen sowie steigende Anforderungen an die Schnittstellenkompetenz.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt erneut: Während früher Verkauf und Wartung der eigentlichen Registrierkasse im Mittelpunkt standen, geht es zunehmend um die Vernetzung unterschiedlicher digitaler Prozesse eines Betriebs. Kasse, Bezahlung, Warenwirtschaft, Personal und Auswertung sollen dabei nicht mehr als voneinander getrennte Anwendungen betrachtet werden.
Für Gewinnblick-Geschäftsführer Ebner ist diese Anpassungsfähigkeit ein wesentlicher Bestandteil der bisherigen Entwicklung. Das Unternehmen habe nicht über fünf Jahrzehnte an einer einzelnen Technologie festgehalten, sondern technologische Veränderungen aufgegriffen und das eigene Geschäftsmodell entsprechend weiterentwickelt.
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