22.09.2026
Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 ein Umsatzplus von 10,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit entwickelte sich die Branche laut Datev Mittelstandsindex deutlich stärker als der Mittelstand insgesamt. Auf der Kostenseite bleibt der Druck jedoch hoch: Auch bei den Löhnen weist das Gastgewerbe den stärksten Anstieg der untersuchten Branchen auf.
Mit einem Umsatzwachstum von 10,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat steht das Gastgewerbe im aktuellen Mittelstandsindex an der Spitze der betrachteten Branchen. Zum Vergleich: Über alle untersuchten mittelständischen Unternehmen hinweg stieg der saison- und kalenderbereinigte Umsatz im August um 1,6 %. Gegenüber dem Vormonat betrug das Plus 0,7 %. Der Umsatzindex erreichte damit 97,9 Punkte.
Die positive Umsatzentwicklung zeigt sich über alle betrachteten Unternehmensgrößen hinweg. Besonders kleine Unternehmen konnten zulegen: Hier lagen die Umsätze 2,2 % über dem Vorjahreswert. Während neben dem Gastgewerbe auch weitere Branchen Zuwächse verzeichneten, sank der Umsatz im Handel um 1,3 %. Im Baugewerbe blieb er mit einem Minus von 0,2 % nahezu stabil.
Dem kräftigen Umsatzanstieg im Gastgewerbe steht allerdings eine weiterhin deutliche Entwicklung bei den Personalkosten gegenüber. Die Löhne und Gehälter erhöhten sich im Mittelstand insgesamt um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr und damit stärker als die Umsätze. Im Gastgewerbe fiel der Anstieg mit 6,3 % erneut am höchsten unter den betrachteten Branchen aus.
Datev-CEO Prof. Dr. Robert Mayr sieht deshalb trotz der Umsatzverbesserung weiterhin Belastungen für die Unternehmen. Das starke Gastgewerbe und die kleinen Unternehmen hätten im August wichtige Akzente gesetzt. Zugleich verwies er auf die schwache Beschäftigungsentwicklung und die hohen Lohnkosten.
Insgesamt ging die saison- und kalenderbereinigte Beschäftigung im Mittelstand gegenüber dem Vorjahr um 0,1 % zurück. Lediglich bei den sonstigen Dienstleistungen wurde mit 0,9 % ein Beschäftigungszuwachs registriert. Nach Unternehmensgröße betrachtet, bauten die Kleinstunternehmen ihre Beschäftigung um 0,7 % aus.
Der Datev Mittelstandsindex erscheint seit September 2024 monatlich. Grundlage sind anonymisierte und aggregierte Daten aus Datev-Lösungen. Für den Umsatzindex werden Umsatzsteuervoranmeldungen von mehr als einer Million Unternehmen ausgewertet. Die Indizes zu Beschäftigung und Löhnen basieren auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Der jeweils aktuelle Monatswert ist eine Hochrechnung.
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